Thymian – Gewürz- und Heilpflanze

Schon die alten Griechen wussten die Heilkräfte des Thymians zu schätzen. In der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) zählt der Thymian zu den wichtigsten Heilpflanzen. Als Saft oder Tee, als Salbe oder als Gewürz in der Küche vermittelt Thymian eine tiefe, gleichmäßige Wärme, die den gesamten Körper durchdringt, ein Wohlgefühl erzeugt, den Organismus kräftigt und auf ein höheres Energieniveau hebt. - Gastbeitrag von Alexander Ehrmann

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Thymian – das Kraut der Mutigen

Durch die Kraft des Thymians gestärkt fällt es viel leichter, neuen Mut zu fassen und sich den täglichen Belastungen zu stellen. Das wussten wohl schon die alten Griechen, denn der Name Thymian leitet sich vom griechischen Wort „thymon” – „Räuchern” ab. „Thymon” ist eng verwandt mit „thymos”, was so viel wie „Hauch”, „Geist” und „Mut” bedeutet. Zogen die Soldaten des antiken Griechenlands in den Krieg, so legte man ihnen Thymiankränze auf die Häupter, um ihren Mut und ihre Tapferkeit zu stärken. Aus der Mittelmeergegend kam der Thymian im 11. Jahrhundert zu uns.

Thymian in der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM)

Mönche brachten den Zwergstrauch aus dem Süden mit und bauten ihn in ihren Klostergärten an, da sie seine schnelle Heilwirkung bei allerlei Krankheiten entdeckt hatten. Als eine der Ersten beschrieb Hildegard von Bingen die gesundheitsfördernden Wirkungsweisen, vor allem zur Behandlung von Atemnot, Asthma und Keuchhusten.
Bis heute kommt die aromatische Heilpflanze in Hustensäften und -tees zum Einsatz, da die krampflösende, bronchienentspannende Wirkung den Hustenreiz beruhigt. Gleichzeitig unterstützt Thymian die Zilien, die Flimmerhärchen in der Lunge, bei ihrer Aufgabe, die oberen und unteren Atemwege zu reinigen, wodurch Schleim leichter abgehustet werden kann. Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften heilen Infektionen schneller.
Leiden Kinder unter Keuchhusten, empfiehlt es sich, am Abend eine Duftlampe mit zwei Tropfen weißem Thymianöl anzuzünden. Doch auch bei gesunden Kindern ist Thymian beliebt! Eine abendliche Fußmassage mit Thymiansalbe wirkt über die Fußreflexzonen, bringt Wärme in den Körper, stärkt die Abwehrkräfte und beruhigt, sodass das Einschlafen leichter fällt. Der Schlaf ist dann ruhiger und erholsamer.
„Der nächste Schnupfen kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Thymian nimmt” - Volksmund

Tausendsassa Thymian

Durch Wasserdampfdestillation wird das intensiv würzig duftende Thymianöl gewonnen, das innerlich und äußerlich angewendet werden kann. Thymianöl wirkt reinigend, antimikrobiell, antiparasitär, antimykotisch, desinfizierend und antiviral. Zeigen sich erste Anzeichen einer Erkältung, sollten Füße und Nierengegend kräftig damit eingerieben werden, bei starkem Husten die Brust. Zusätzliche Kopfdampfbäder haben sich bei der Behandlung von Atemwegsinfekten jeglicher Art bewährt. Auch als Massageöl bei Muskelverspannungen oder Sportverletzungen leistet eine Thymianölmischung gute Dienste. Dank der reinigenden und desinfizierenden Wirkung kann Thymian zusammen mit anderen ätherischen Ölen erfolgreich bei unreiner Haut eingesetzt werden.
TIPP INHALATIONSÖL: In der Schnupfenzeit einfach mehrmals täglich auf die Handflächen träufeln, verreiben und tief einatmen. Neben der Inhalation kann naturreines ätherisches Öl auch äußerlich angewendet werden, etwa indem es rund um die Nase oder auf die Schläfen aufgetragen wird. Ein paar Tropfen auf feuchten Tüchern wirken als antibakterieller Luftbefeuchter sehr angenehm im Schlafzimmer.

Thymian in der Frauenheilkunde

Auch hier hat sich der vielseitige Thymian bewährt. Er hilft den Zyklus zu regulieren, regt die Menstruation an und entspannt bei Krämpfen. Doch selbst wenn er bei den alten Germanen der Freya gewidmete Beschützer der Schwangeren war, sollte Thymian während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Bei der Geburt hingegen kann er hilfreich sein - auch, weil er Mut macht.

Kochen mit Thymian

In seinen Heimatländern war Thymian schon im Altertum als Küchen­gewürz bekannt. Bis heute ist der Strauch, der am besten auf kargen Böden bei viel Sonnenlicht gedeiht, aus der mediterranen, aber auch aus der mexikanischen und südamerikanischen Küche nicht wegzudenken. Mit seinem aromatischen Geschmack und den besonderen Wirkstoffen regt er die Produktion von Speichel, Magensaft sowie Gallenflüssigkeit an und unterstützt so die Verdauung. Deshalb kann Thymian beispielsweise als Gewürz verwendet werden, um fette Braten bekömmlicher zu machen. Doch auch zum Aromatisieren von Schaf-und Zie­genkäse, Topfen oder Kräuteressig wird er genutzt.
Ihr Alexander Ehrmann | SAINT CHARLES | www.saint-charles.eu